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1. Allgemeines

1.1         Die RDC Deutschland GmbH befördert begleitete Kraftfahrzeuge von Westerland (Sylt) nach Niebüll und in der Gegenrichtung. Dabei gelten die nachfolgenden BeförderungsbedingungenundPreise.

1.2         Wir behalten uns vor, jederzeit eine Änderung oder Ergänzung des Tarifs vorzunehmen. Solche Änderungen und Ergänzungen zu diesem Tarif sowie deren Inkrafttreten werden im „Tarif- und Verkehrsanzeiger für den Personen-, Gepäck- und Güterverkehr der Eisenbahnen des Öffentlichen Verkehrs im Gebiet der Bundesrepublik Deutschland (TVA)“ veröffentlicht.

1.3         Es werden Kraftfahrzeuge und deren Insassen befördert; ausgeschlossen von der Beförderung sind dabei von vornherein solche Kraftfahrzeuge, von deren Bauart her eine Beschädigung des Zuges nicht auszuschließen ist (z. B. Kettenfahrzeuge, Straßenwalzen, usw.).

1.4         Die Kraftfahrzeuge müssen für den öffentlichen Straßenverkehr nach dem Straßenverkehrsgesetz (StVG) zugelassen und verkehrssicher sein.

1.5         Voraussetzung für die Beförderung ist, dass der Fahrzeugführer im Besitz einer Fahrerlaubnis mit einer für sein Kraftfahrzeug gültigen Führerschein-Klasse ist.

1.6         Die Beförderung von Gütern und lebenden Tieren mit Kraftfahrzeugen und Anhängern ist zugelassen. Der Fahrzeugführer ist für die Güter und lebenden Tiere selbst verantwortlich.

1.7         Die Beförderung von Gefahrgut ist untersagt.

1.8         Während der Überfahrt darf das Kraftfahrzeug nicht verlassen werden. Der Aufenthalt in Anhängern usw. ist während der Überfahrt nicht gestattet.

1.9         Der Fahrzeugführer ist verpflichtet, alle Vorkehrungen am Kraftfahrzeug zu treffen, um Schäden zu verhüten. Die Sicherheitshinweise für eine sichere Überfahrt in diesem AUTOZUG Sylt-Tarif sowie per Lautsprecheransagen auf dem Zug sind zu beachten.

1.10      Der Fahrzeugschein/die Zulassungsbescheinigung Teil I enthält wichtige Daten über das Kraftfahrzeug. Dieser/Diese ist zusammen mit der Fahrkarte und der dazugehörigen Quittung in den Terminals zur Einsichtnahme durch Servicepersonal bereitzuhalten.

1.11      Die personen- und fahrzeugbezogenen Daten werden zum Zweck der Vertragsabwicklung und zur Kundenbetreuung bei der RDC Deutschland GmbH erhoben, verarbeitet und genutzt. Der Verwendung der Daten für Kundenbetreuungszwecke kann widersprochen werden. Der Widerspruch ist schriftlich an folgende Adresse zu richten: RDC Deutschland GmbH, Bahnhofstraße 10, 25899 Niebüll (Übermittlung per E-Mail an info@autozug-sylt.de ist ausreichend). Es erfolgt keine Übermittlung personen- und fahrzeugbezogener Daten an Dritte mit Ausnahme von personenbezogenen Daten, die im Rahmen des Online-Vorverkaufs erhoben werden. Diese können zum Zwecke der Identitäts- und/oder Bonitätsprüfung an Partnerunternehmen weitergegen werden.

1.12      Bei Zuwiderhandlungen gegen die Beförderungsbedingungen dieses Tarifs kann ein Beförderungsausschluss erfolgen.

2. Beförderung von Kraftfahrzeugen

2.1 Ein zweispuriges Kraftfahrzeug ohne Anhänger kann auf der Pkw-Einheit befördert werden, wenn dem nicht Auflagen zur Sicherheit entgegenstehen und es unter Berücksichtigung aller Anbauten folgende Voraussetzungen erfüllt:

Gesamtgewicht maximal 3,00 t
maximale Breite über alles *) 2,20 m
maximale Höhe über alles *) 1,65 m
Maximale Länge über alles *) 5,30 m
Minimale Bodenfreiheit 0,10 m

*) Die Abmaße des Fahrzeuges verstehen sich inklusive Dachboxen, Dachgepäckträger mit Ladung, Kupplungsträger, Heckträger usw.

Fahrzeuge, bei denen im Notfall nicht alle Fahrgäste auf der rechten Fahrzeugseite aussteigen können, dürfen maximal 1,80 m breit sein.

2.2 Ein Kraftfahrzeug kann auf der Lkw-Einheit befördert werden, wenn dem nicht Auflagen zur Sicherheit entgegenstehen und es unter Berücksichtigung aller Anbauten die folgenden Voraussetzungen erfüllt:

Gesamtgewicht maximal 19,00 t
maximale Radlast 5,00 t
maximale Achslast 10,00 t
maximale Breite über alles *) 2,20 m
maximale Länge über alles *) 18,50 m
maximale Höhe über alles *) 4,05 m
Maximaler Durchmesser des kleinsten Wendekreises 15,40 m
Minimale Bodenfreiheit 0,08 m

*) Die Abmaße des Fahrzeuges verstehen sich inklusive Dachboxen, Dachgepäckträger mit Ladung, Kupplungsträger, Heckträger usw.

Fahrzeuge bei denen im Notfall nicht alle Fahrgäste auf der rechten Fahrzeugseite aussteigen können, dürfen max. 1,80 m breit sein.

2.3 Kraftfahrzeuge mit automatischem Getriebe ohne Blockierung (P) sind von der Beförderung ausgeschlossen.

2.4 Sollte das Kraftfahrzeug die vorstehenden Voraussetzungen nicht erfüllen, kann es nur nach Prüfung im Einzelfall befördert werden. Anfragen dazu richten Sie bitte bis 4 Wochen vor Abfahrt an info@autozug-sylt.de.

3. Beförderung von Motorrädern

3.1          Motorräder mit oder ohne Beiwagen, Trikes, Motorroller, Quads und Fahrräder mit Hilfsmotor (Moped, Mofa) werden nicht befördert. Dies gilt nicht, wenn sie auf Anhä-ngern transportiert werden.

4. Beförderung von Gepäck und Gegenständen

4.1          Gepäck und Gegenstände dürfen auf eigenes Risiko des Fahrzeugführers während der Beförderung auf und in den Kraftfahrzeugen belassen werden, wenn die Voraus-setzungen dieser Beförderungsbedingungen eingehalten werden.

5. Fahrplan und Witterungsverhältnisse

5.1          Der Fahrplan hängt in den Terminals Niebüll und Westerland (Sylt) aus und steht im Internet unter www.autozug-sylt.de/fahrplan. Gedruckte Fahrpläne sind bei der Fahrkartenkontrolle am Check-In der Terminals oder im AUTOZUG Sylt-Büro Niebüll erhältlich.

5.2          Witterungsbedingte Abweichungen vom veröffentlichten Fahrplan sind jederzeit möglich.

6. Beförderungsvertrag

6.1          Voraussetzung für die Beförderung ist der vorherige Abschluss eines Beförderungs-vertrages. Der Kunde erkennt darin die Bedingungen und Preise des AUTOZUG Sylt-Tarifs an. Soweit nicht anders geregelt, entspricht der Kauf einer Fahrkarte dem Abschluss eines Beförderungsvertrages.

6.2          Eine Fahrkarte gilt für eine Fahrt in eine Richtung für den gewählten Tag und Zug.

6.3          bleibt frei

6.4          bleibt frei

6.5          bleibt frei

6.6          bleibt frei

6.7          bleibt frei

6.8          bleibt frei

6.9          Am Terminal ist der Kauf und die Bezahlung von Fahrkarten mit Bargeld, mit Bank Card ec / Giro Card oder mit Kreditkarte (VISA, Master Card, American Express oder Diners Club) möglich.

6.10       Der Kunde verpflichtet sich, die Fahrkarte nicht zu verändern oder weiterzuverkaufen. Eine veränderte oder weiterverkaufte Fahrkarte berechtigt nicht zur Fahrt mit dem Zug.

6.11       Es besteht kein Anspruch auf den Ersatz verlorengegangener Fahrkarten. Im Falle des Verlusts bleibt der Anspruch der RDC Deutschland GmbH auf das Beförderungsentgelt bestehen.

6.12       Die RDC Deutschland GmbH führt eine Fahrkartenkontrolle an der Einfahrt zum Ter-minalgelände durch und behält sich Fahrkartenkontrollen auch innerhalb des Terminals vor. Bei diesen Kontrollen ist der Kunde verpflichtet, die Fahrkarte sowie den jeweils gültigen Fahrzeugschein dem Servicepersonal vorzuzeigen.

6.13       bleibt frei

7. Angaben zu den für die Beförderung maßgeblichen Daten

7.1          Vom Fahrzeugführer sind beim Fahrkartenkauf richtige Angaben über das Kraftfahr-zeug, dessen Umfang, Gewichte, Ladung, Länge, Höhe, Breite, Achsstand usw. ab-zugeben. Die Abmaße des Fahrzeuges verstehen sich inklusive Dachboxen, Dachge-päckträger mit Ladung, Kupplungsträger, Heckträger usw.

7.2          Aus konkretem Anlass kann jederzeit während der Verladung eine Überprüfung der Maße und des Gewichts vom Kraftfahrzeug durchgeführt werden.

7.3          Im Falle des Missbrauchs (falsche Angaben zu den für die Beförderung maßgeblichen Daten) liegt eine Beförderung ohne gültige Fahrkarte vor. In diesem Fall erheben wir vom Kunden als pauschalen Schadensersatz ein Entgelt in Höhe des doppelten regulären Fahrpreises.

8. Anspruch auf Beförderung

8.1          Anspruch auf Beförderung besteht, wenn diesen Beförderungs- und Tarifbestimmungen sowie den behördlichen Anordnungen entsprochen wird.

8.2          Ein Anspruch auf Beförderung auf einem bestimmten Stellplatz besteht nicht.

8.3          Ein Anspruch auf Beförderung besteht ebenfalls nicht,

8.4          wenn wegen besonderer Witterungsverhältnisse (wie zum Beispiel bei starkem Sturm) der Verkehr des Autozugs Sylt vollständig oder teilweise eingestellt ist;

8.5          bei besonderen Witterungsverhältnissen ausnahmsweise die Beförderung eines bestimmten Kraftfahrzeugs nicht möglich ist.

8.6          Aus Gründen der Sicherheit behalten wir uns darüber hinaus in Einzelfällen vor, Kraftfahrzeuge nur mit zusätzlichen Auflagen zu befördern bzw. von der Mitfahrt auf dem Zug auszuschließen. Im Fall von zusätzlichen Auflagen ist vom Fahrzeugführer eine Haftungsfreistellungserklärung in schriftlicher Form abzugeben. Die Kosten für den dafür zusätzlich entstehenden Aufwand (z. B. Bereitstellung zusätzlicher Sicherungsmittel, wie Seile oder Keile) sind vom Fahrzeugführer zu tragen. Es gilt Preiskategorie Z.

9. Verkehrsregelung in den Terminals und Aufenthalt in den Terminals

9.1          Für das Befahren und den Aufenthalt auf den Verladeterminals verweisen wir zusätzlich auf die Nutzungsbedingungen der DB Fernverkehr AG, Inselverkehr Sylt, Trift 1a, D 25980 Sylt / OT Westerland.

9.2          Fahrgäste der RDC Deutschland GmbH nutzen im Terminal Niebüll die Spuren 9 und 10 und im Terminal Westerland (Sylt) die Spuren 1 und 7.

9.3          Die zulässige Höchstgeschwindigkeit beträgt 30 km/h.

9.4          Schienenfahrzeuge haben immer Vorrang.

9.5          Es gilt die Straßenverkehrsordnung (StVO) und die Straßenverkehrs-Zulassungs- Ordnung (StVZO).

9.6          Das Personal kann im Wartebereich vor der Beladung besondere Fahrspuren zuweisen.

9.7          Der Aufenthalt in den Terminals Niebüll und Westerland (Sylt) ist nur Fahrgästen und diesen auch nur während der Öffnungszeiten gestattet.

9.8          Das Parken von Kraftfahrzeugen ist im Terminal grundsätzlich nicht gestattet.

9.9          Während sich das Kraftfahrzeug im Terminal befindet, darf Brennstoff weder entnommen noch eingefüllt werden.

9.10       Den Weisungen des Terminalpersonals ist stets Folge zu leisten.

10. Verkehrsregelung auf dem Zug

10.1       Auf dem Zug darf nur mit Schrittgeschwindigkeit gefahren werden. Auf dem Zug ist soweit wie möglich vorzufahren, sofern das Servicepersonal keine andere Anweisung gibt.

10.2       Das Kraftfahrzeug ist jedoch nicht über den Übergängen zwischen zwei Wagen oder auf den mit dem Verkehrszeichen „Absolutes Halteverbot“ gekennzeichneten Bereichen abzustellen. Diese Bereiche sind freizuhalten.

11. Sicherheitsregelung auf dem Zug

11.1       Auf der Lkw-Einheit werden die Kraftfahrzeuge (auch Pkw) entgegen der gewöhnlichen Fahrtrichtung befördert. Alle Sicherungsmaßnahmen sind vom Fahrzeugführer hierauf auszurichten.

11.2       Bei Kleintransportern, insbesondere Pickups, mit festen Laderaumdeckungen, sind bei einer Beförderung auf der Lkw-Einheit die Abdeckungen mit zusätzlichen Gurten durch den Fahrzeugführer zu sichern.

11.3       bleibt frei

11.4       Die Auffahrt und Abfahrt des Kraftfahrzeuges, gegebenenfalls ein erforderliches Umstellen auf dem Zug und das Sichern des Kraftfahrzeuges obliegt dem Fahrzeugführer.

11.5       Sofern das Personal dem Fahrzeugführer Hilfestellung leistet, wird es als dessen Hilfskraft (Erfüllungsgehilfe) bei dem im Interesse des Fahrzeugführers unter dessen eigener Leitung und Verantwortung zu bewirkenden Ladegeschäft tätig.

11.6       Der Fahrzeugführer ist verpflichtet, alle Vorkehrungen an seinem Kraftfahrzeug zu treffen, um Schäden zu verhüten, z. B. ist der Fahrzeugführer für die Ladung seines Kraftfahrzeugs selbst verantwortlich. Er muss seine Fahrzeugauf- und anbauten entsprechend sichern.

11.7       Der Fahrzeugführer ist für die Verkehrstauglichkeit der von ihm verwendeten Dachgepäckträger, Dachboxen, Fahrradhalter, usw. selbst verantwortlich. Verwendete Dachboxen, Dach- und Heckgepäckträger müssen handelsüblich (keine Selbstbauten) und fest montiert sein. Dachboxen müssen durch den Fahrzeugführer vor Auffahrt auf den Zug mittels Gurt im hinteren Bereich gesichert werden. Der Gurt wird dem Fahrzeug-führer zur Verfügung gestellt. Das Gepäck und andere Gegenstände, wie z. B. Fahrräder, leichte Boote oder andere Sportgeräte müssen am oder auf dem Kraftfahrzeug für eine sichere Überfahrt ausreichend vom Fahrzeugführer gesichert werden.

11.8       Der Fahrzeugführer ist für die Verriegelung des Falt- und Schiebedaches, den Ver-schluss aller Klappen, Lüftungsfenster und Türen sowie den Frostschutz dieser Teile verantwortlich.

11.9       Dachantennen sowie nicht versenkbare Antennen sind vor der Auffahrt auf den Zug vom Fahrzeugführer abzumontieren. Versenkbare Antennen muss der Fahrzeugführer versenken.

11.10     Windabweiser und Außenjalousien sind vom Fahrzeugführer gegen Abreißen durch den Fahrtwind zu sichern oder vor der Auffahrt auf den Zug abzumontieren.

11.11     Planen, die den Laderaum nicht allseitig umschließen, müssen abgenommen werden und eine Sicherung der gesamten Ladung ist vorzunehmen.

11.12     Nach Erreichen des Stellplatzes muss der Motor abgestellt werden. Die Lenkung darf nicht blockiert werden.

11.13     Bei Kraftfahrzeugen mit Schaltgetriebe ist der 1. Gang einzulegen und die Handbremse fest anzuziehen. Bei Kraftfahrzeugen mit Automatikgetriebe ist der Wahlhebel in Position „P“ (Blockierstellung) zu bringen und die Handbremse muss fest angezogen werden. Bei Kraftfahrzeugen mit Druckluftbremsen sind diese stets anzulegen. Bei Anhängern, die nicht durch das ziehende Kraftfahrzeug gesichert werden können, sind die Auflauf-/Feststellbremsen des Anhängers fest anzuziehen.

11.14     Kraftfahrzeuge bei denen aus betrieblichen Gründen der Motor auch während der Fahrt weiterlaufen muss und deshalb der erste Gang nicht eingelegt werden kann, müssen durch Vorlegekeile, die beim Eintreffen im Terminalbereich sofort beim Personal anzufordern sind, vor und hinter den Hinterrädern gesichert werden, gleiches gilt für ungebremste Anhänger. Nach Erreichen des Stellplatzes sichert das Personal ausschließlich im Auftrag des Fahrzeugführers das Kraftfahrzeug mit Vorlegekeilen.

11.15     Wenn das Kraftfahrzeug verkeilt werden muss, findet eine Beförderung nur auf den Lkw-Einheiten statt.

11.16     Die für Insassen der Kraftfahrzeuge vorgeschriebenen Sicherheitsgurte müssen im eigenen Interesse während der Überfahrt stets angelegt sein. Die Sicherungspflicht für Kinder ist stets vorzunehmen.

11.17     Mit dem Abstellen des Kraftfahrzeugs auf dem Zug gilt das Kraftfahrzeug als an die RDC Deutschland GmbH übergeben. Mit der Freigabe der Fahrt vom Zug gilt das Kraftfahrzeug als an den Fahrzeugführer übergeben.

11.18     Wenn das Kraftfahrzeug abgestellt und gesichert ist, darf das Kraftfahrzeug nicht mehr eigenmächtig bewegt bzw. verlassen werden. Die Türen des Kraftfahrzeugs müssen geschlossen bleiben.

12. Verhalten im Notfall

12.1       Bei Gefahr

  • ist die Notbremse (rotes Seil) zu ziehen,
  • die Warnblinkanlage und Hupe zu betätigen. Die Warnsignale anderer Autofahrer sind weiterzugeben.

12.2       Der Missbrauch der Notbremse und der Warnsignale ist strafbar.

12.3       Bei Missbrauch hat der Reisende außerdem unbeschadet sonstiger Ansprüche einen Betrag in Höhe von 250,00 € nach Tarif Z dieses Tarifs zu zahlen. Dem Reisenden bleibt der Nachweis vorbehalten, dass kein oder ein geringerer Schaden entstanden ist.

13. Haftung der Reisenden

13.1       Die Reisenden haften für alle Schäden, die der RDC Deutschland GmbH oder Dritten durch Nichtbeachtung der in diesen Beförderungsbedingungen aufgeführten Hinweise und Sicherheitsbestimmungen oder durch fehlende oder unrichtige Angaben entstehen.

13.2       Bei falschen Angaben, die nicht zum Ausschluss von der Beförderung führen, wird ein pauschaler Schadensersatz in Höhe des doppelten regulären Fahrpreises, mindestens jedoch ein Betrag von 60,00 € erhoben. Gleiches gilt für Manipulationen an Fahrkarten, falsche Angaben zum Hauptwohnsitz auf Sylt und bei Fahrten ohne gültige Fahrkarte.

13.3       Bei falschen Angaben, die nach den Bedingungen dieses Tarifes zum Ausschluss von der Beförderung führen, behalten wir uns vor, als pauschalen Schadensersatz ein Entgelt in Höhe des entrichteten Fahrpreises zu erheben.

13.4       Dem Fahrzeugführer bleibt der Nachweis vorbehalten, dass keiner oder ein geringerer Schaden entstanden ist.

14. Fahrgastrechte

14.1       Die Regelungen zu den Fahrgastrechten bei Zugverspätungen und Zugausfällen enthält die Anlage Fahrgastrechte.

15. Haftung und Schadensabwicklung

15.1       Die Haftung der RDC Deutschland GmbH gegenüber Reisenden für Zugausfälle und Zugverspätungen ist in der Anlage Fahrgastrechte abschließend geregelt.

15.2       Für die Haftung aus der Beförderung von Kraftfahrzeugen gelten die Bestimmungen der CIV in der Fassung des Anhangs I zur Verordnung (EG) 1371/2007 des Europäischen Parlamentes und des Rates vom 23. Oktober 2007 über die Rechte und Pflich-ten der Fahrgäste im Eisenbahnverkehr.

15.3       Ist die Überfahrt ein regelmäßig gewerblicher Gütertransport, so gelten für diese Überfahrt die Normen des deutschen Rechts für Eisenbahngütertransport. Die Haftung für Verlust oder Beschädigung ist auf einen Betrag von 8,33 Rechnungseinheiten für jedes Kilogramm des Rohgewichts der Sendung beschränkt. In jedem Fall ist die Haftung auf einen Betrag von 100.000,00 € oder zwei Rechnungseinheiten für jedes Kilogramm pro Schadensfall beschränkt, je nachdem, welcher Betrag hö-her ist. Bei teilweisem Verlust oder teilweiser Beschädigung gilt § 431 Abs. 2 HGB entsprechend. Der Wert der Rechnungseinheit bestimmt sich nach § 431 Abs. 4 HGB. Die Haftung für andere als Güterschäden mit Ausnahme von Personenschäden und Sachschäden an Drittgut ist der Höhe nach begrenzt auf das Dreifache des Betrages, der bei Verlust des Gutes zu zahlen wäre, höchstens auf einen Betrag von 100.000,00 € je Schadensfall. Die §§ 431 Abs. 3, 433 HGB bleiben unberührt..

15.4       Bei Hilfeleistungen, die den Umfang der mit dem Abschluss des Beförderungsvertrages grundsätzlich vereinbarten Dienstleistungen übersteigen, wie z. B. Starthilfe für Ihr Kraftfahrzeug mittels einer tragbaren Energiestation, wird nur bei Vorsatz oder grob fahrlässiger Pflichtverletzung durch Mitarbeiter der RDC Deutschland GmbH gehaftet. Diese Haftungsbeschränkung gilt nicht für die Verletzung für Leben, Körper und Gesundheit.

15.5       Aus anderen Rechtsgründen haftet die RDC Deutschland GmbH grundsätzlich nur bei Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit; bei Verletzung wesentlicher Vertragspflichten (Kardinalpflichten) und der Herbeiführung von Verletzungen des Lebens, des Körpers oder der Gesundheit auch bei leichter Fahrlässigkeit. Im Falle der Verletzung von wesentlichen Vertragspflichten ist die Ersatzpflicht jedoch auf den typischen, vorherseh-baren Schaden begrenzt. Außer in Fällen von Vorsatz, grober Fahrlässigkeit oder der Verletzung wesentlicher Vertragspflichten ist die Haftung für Sachschäden gegenüber jedem Reisenden auf einen Höchstbetrag von 1.000,00 € beschränkt. Die Bestim-mungen des Haftpflichtgesetzes (HPflG) bleiben im Übrigen unberührt.

16. Kontakt und Gerichtsstand

16.1       Reklamationen aus Verträgen mit der RDC Deutschland GmbH über die Beförderung auf dem Zug, die nicht oder nicht ausschließlich eine Verspätung betreffen, sind an die folgende Adresse zu senden:

RDC Deutschland GmbH

AUTOZUG Sylt

Bahnhofstr. 10

25899 Niebüll

E-Mail: info@autozug-sylt.de

16.2       Es wird die ausschließliche Anwendung deutschen Rechts vereinbart. Auf die Beförderung findet deutsches Recht Anwendung. Alle Leistungen werden ausschließlich zu den Bedingungen dieses Tarifs erbracht. Soweit der Kunde nicht Verbraucher/in im Sinne des § 13 BGB ist, gilt zwischen uns als Gerichtsstand Niebüll als vereinbart.

1. Allgemeines

1.1          Der Fahrpreis für ein Kraftfahrzeug schließt die unentgeltliche Beförderung von Personen, Gepäck, Gütern und Tieren ein. Regelungen, die Einfluss auf die Beförderungspreise von Personen haben, entfalten keine Wirkung auf die Preise dieses Tarifs.

1.2          bleibt frei

1.3          Der Fahrpreis enthält die gesetzliche Mehrwertsteuer.

1.4          bleibt frei

1.5          Die RDC Deutschland GmbH behält sich vor, für ausgewählte Preiskategorien zeitlich befristete Angebote einzuführen.

1.6          Mit Organisationen können Sonderpreise vereinbart werden.

1.7          Für bestimmte Veranstaltungen gibt die RDC Deutschland GmbH besondere Fahrkar-ten heraus (Eventfahrkarten). Diese Eventfahrkarten werden an Teilnehmer der Veranstaltung zu einem festen Fahrpreis ausgegeben. Voraussetzung dafür ist die Vorlage eines Einladungsschreibens des Veranstalters oder einer Bestätigung der Teilnahme an der Veranstaltung. Die Bestimmungen für solche Fahrkarten werden besonders veröffentlicht. Wenn und soweit der Veranstalter selbst die Eventfahrkarten an die Teilnehmer seiner Veranstaltung ausgibt, gelten die dafür vom Veranstalter festgesetzten Beförderungsbedingungen zusätzlich.

1.8          Dienstfahrzeuge der Landes- und Bundespolizei befördern wir im Rahmen der bahnpolizeilichen Aufgaben kostenlos.

2. Bleibt frei

3. Preiskategorie A – Pkw

3.1          Für Kraftfahrzeuge, die die Bedingungen für die Beförderung auf Pkw-Einheiten erfüllen, gilt:

Produkt Einfache Fahrt:  
Pkw bis 1,65 m Höhe 70,00 €

3.2          Darüber hinaus werden Rabatte in Abhängigkeit der zeitlichen Lage des Zugs gewährt, Einzusehen sind diese auf www.autozug-sylt.de.

3.3          bleibt frei

3.4          Erfüllt das Kraftfahrzeug nicht die Bedingungen für die Beförderung auf Pkw-Einheiten, gilt Preiskategorie B.

4. Preiskategorie B – Lkw

4.1          Kann das Kraftfahrzeug nur auf der Lkw-Einheit befördert werden, gilt:

Länge über alles Gewicht Höhe über alles Produkt Einfache Fahrt
bis 6,00 m bis 3,00 t bis 2,10 m Pkw bis 2,10 m Höhe 70,00 €

4.2          Darüber hinaus werden Rabatte in Abhängigkeit der zeitlichen Lage des Zugs gewährt, Einzusehen sind diese auf www.autozug-sylt.de.

5. Preiskategorie S – Insulanertarif

5.1          Die Preiskategorie S gilt für natürliche Personen, wenn der Standort des Kraftfahrzeuges laut Fahrzeugschein/Zulassungsbescheinigung Teil I Sylt oder ein Ort auf Sylt ist und nachfolgende Bedingung erfüllt ist:

  • Der Hauptwohnsitz ist zum Zeitpunkt der Überfahrt auf Sylt. Als Nachweis für den Hauptwohnsitz wird der Bundespersonalausweis oder eine Bestätigung der Einwohnermeldebehörde akzeptiert, die nicht älter als 1 Jahr sein darf. Bei Personen, die das freiwillige soziale Jahr auf Sylt ausüben, wird als Nachweis eine Bescheinigung der Einsatzstelle akzeptiert. (Falls der Fahrzeugführer nicht Halter des Kraftfahrzeugs ist, muss ein Nachweis erbracht werden, dass das Kraftfahrzeug vom Halter für den ständigen Gebrauch zur Verfügung gestellt wurde, z. B. persön-lich zugeteilter Firmenwagen).

5.2          Die Preiskategorie S gilt für Gewerbebetriebe, wenn der Standort des Kraftfahrzeuges laut Fahrzeugschein/Zulassungsbescheinigung Teil I Sylt oder ein Ort auf Sylt ist und nachfolgende Bedingung erfüllt ist:

  • Der Sitz des Gewerbebetriebes ist zum Zeitpunkt der Überfahrt auf Sylt. Als Nachweis dafür, dass tatsächlich das Gewerbe auf Sylt ausgeübt und eine Betriebsstätte unterhalten wird, akzeptiert die RDC Deutschland GmbH eine besondere Bescheinigung des Sylter Ordnungsamtes, die nicht älter als 3 Jahre sein darf.

5.3          Die Preiskategorie S gilt für Organisationen, die nach § 35 Abs. 1 und 5a StVO mit Sonderrechten ausgestattet sind, sowie für Behörden und gemeinnützige Vereine, wenn der Standort des Kraftfahrzeuges laut Fahrzeugschein / Zulassungsbescheinigung Teil I Sylt oder ein Ort auf Sylt ist und nachfolgende Bedingung erfüllt ist:

  • Der Sitz der Behörden, gemeinnützigen Vereine und Organisationen ist auf Sylt. Als Nachweis dafür wird bei Vereinen ein Beleg für Steuerbegünstigung wegen Gemeinnützigkeit akzeptiert, bei Behörden und Organisationen mit Sonderrechten genügt die Angabe der Adresse unter “Wohnort” im Fahrzeugschein/Zulassungsbescheinigung Teil I.

5.4          Für alle Fahrkarten der Preiskategorie S gilt: Der Fahrzeughalter verpflichtet sich, die missbräuchliche Inanspruchnahme der Preiskategorie S zu verhindern. Bei einem begünstigten Missbrauch der Preiskategorie S durch Dritte kann der Anspruch auf die Preiskategorie S erlöschen. Zudem wird ein pauschaler Schadensersatz in Höhe des doppelten regulären Fahrpreises fällig, mindestens jedoch 60,00 €. Die RDC Deutschland GmbH behält sich darüber hinaus alle rechtlichen Schritte vor.

Länge über alles Gewicht Höhe über alles Produkt Einfache Fahrt
bis 6,00 m bis 3,00 t bis 1,65 m Pkw bis 1,65 m Höhe 25,00 €
bis 6,00 m bis 3,00 t bis 2,10 m Pkw bis 2,10 m Höhe 25,00 €

6. bleibt frei

7. Preiskategorie Z – Zusätzliche Entgelte

Grund   Preis
Entgelt für besondere Leistungen: -bei Überschreitung von Lademaßen (einschließlich Ladung)
-Sondertransporte und Transporte mit besonderen Güterwagen
je nach Aufwand, mindestens jedoch 100,00 €
Außerplanmäßiger Halt eines Zuges wegen: -Missbrauch der Notbremse und Notsignale
-mangelhafter Ladungssicherung
-Personen, die ihr Kraftfahrzeug verlassen haben
je nach Aufwand, mindestens jedoch 250,00 €
Benutzung einer Fahrkarte der Kategorie S ohne Berechtigung je Fahrkarte doppelter regulärer Fahrpreis, mindestens 60,00 €
Verstoß gegen Anschnallpflicht je Person 100,00 €
Ausschluss von der Beförderung je Fahrkarte entrichteter Fahrpreis

7.1          Entgeltschuldner ist der Fahrzeugführer. Dieser kann bei pauschalen Schadenser-satzforderungen nachweisen, dass der RDC Deutschland GmbH tatsächlich ein ge-ringerer Schaden entstanden ist.

Fahrgastrechte im Schienenpersonennahverkehr bei Zugverspätungen, Zugausfällen und resultierenden Anschlussversäumnissen

1. bleibt frei

1.1 bleibt frei

1.2 bleibt frei

1.3 bleibt frei

2. Ermittlung einer zu erwartenden Verspätung und Anschlussverbindungen

2.1 Informationsmedien

Der Fahrgast hat als Basis für eine Prognoseentscheidung, ob vernünftigerweise mit einer im Sinne dieser Fahrgastrechte anspruchsbegründenden Verspätung am Zielort gerechnet wer-den muss, insbesondere folgende Medien zu berücksichtigen:

  1. Aushangfahrpläne und ausgehängte Informationen über Fahrplanänderungen in Stationen
  2. elektronische Anzeigen und Lautsprecheransagen in Zügen und Stationen
  3. Fahrplaninformationen aus Buchungssystemen personalbedienter Verkaufsstellen
  4. verfügbare Fahrplaninformations- und Reisendeninformationsmedien

2.2 bleibt frei

3. Weiterreise bei Verspätungen und alternative Zugwahl

3.1 bleibt frei

3.2 bleibt frei

3.3 bleibt frei

3.4 Nutzung eines alternativen Verkehrsmittels

Besitzt ein Reisender einen Fahrausweis, der ausschließlich im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) gilt, fällt die vertragsgemäße Ankunftszeit in den Zeitraum zwischen 0:00 Uhr und 5:00 Uhr und muss vernünftigerweise davon ausgegangen werden, dass der Reisende aufgrund des Ausfalls oder einer Verspätung des von ihm gem. Beförderungsvertrag gewählten Zuges mindestens 60 Minuten verspätet am Zielort ankommen wird, kann der Reisende die Fahrt zum vertragsgemäßen Zielort mit einem anderen Verkehrsmittel durchführen. Das Gleiche gilt, wenn es sich um die letzte fahrplanmäßige Verbindung des Tages handelt und der Reisende aufgrund eines Ausfalls dieses Zuges den vertragsgemäßen Zielort ohne Nutzung des alternativen Verkehrsmittels nicht mehr bis um 24:00 Uhr erreichen kann.

 

Stehen für die Weiterfahrt des Reisenden vom vertragsgemäßen Zielort bis zu seinem tatsächlichen Ziel keine öffentlichen Verkehrsmittel mehr zur Verfügung, kann der Reisende stattdessen das alternative Verkehrsmittel unter Beachtung des Höchstbetrages nach Nr. 3.5 auch bis zu seinem tatsächlichen Ziel nutzen.

3.5 Ersatz der Aufwendungen bei Nutzung eines alternativen Verkehrsmittels

Macht der Kunde von seinem Recht nach Nr. 3.4. Gebrauch, kann er von dem Eisenbahn-verkehrsunternehmen, dessen ausgefallener oder verspäteter Zug zu der alternativen Nutzung eines anderen Verkehrsmittels führte, den Ersatz der erforderlichen Aufwendungen bis zu einem Höchstbetrag von 80,00 Euro verlangen. Für den Reisenden besteht eine Schadensminderungspflicht. Dies bedeutet, dass ein Ersatz der erforderlichen Aufwendungen für die Nutzung eines anderen Verkehrsmittels nicht verlangt werden kann, wenn seitens der Eisenbahn eine alternative Beförderungsmöglichkeit (z.B. Bus, Sammeltaxi) zur Verfügung gestellt wurde. Ist dies nicht der Fall, besteht ein Anspruch auf den Ersatz der Aufwendungen für das preisgünstigste alternativ tatsächlich nutzbare Verkehrsmittel.

 

3.6 Haftungsbefreiung der Eisenbahnen bei alternativer Verkehrsmittelnutzung

Ein Erstattungsanspruch für Aufwendungen bei Inanspruchnahme anderer Züge oder anderer Verkehrsmittel nach Nr. 3.2, Nr. 3.4 und Nr. 3.5 besteht nicht, wenn ein haftungsbefreiender Tatbestand vorliegt:

  1. betriebsfremde Umstände, die das betreibende Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) trotz Anwendung der nach Lage des Falles gebotenen Sorgfalt nicht vermeiden und deren Folgen es nicht abwenden konnte;
  2. Verschulden des Reisenden;
  3. Verhalten eines Dritten, das das betreibende EVU trotz Anwendung der nach Lage des Falles gebotenen Sorgfalt nicht vermeiden und dessen Folgen es nicht abwenden konnte.

Liegt eine der unter 1. oder 3. genannten haftungsbefreienden Ursachen vor, kann sich der Beförderer hierauf jedoch nur berufen, wenn die Reisenden über die Ursache rechtzeitig unterrichtet wurden oder die Ursache offensichtlich war. Die Unterrichtung erfolgt über einen oder mehrere der unter Nr. 2.1 dargestellten Wege.

Der Betreiber der Eisenbahninfrastruktur, auf der die Beförderung erfolgt, ist im Verhältnis zum Eisenbahnverkehrsunternehmen nicht als Dritter anzusehen.

4. Grundsätze für Erstattungen und Entschädigungen im Verspätungsfall

4.1 Erstattung und Entschädigung

Der Fahrgast hat bei Ausfall oder Verspätung von Zügen sowie bei resultierenden Anschlussversäumnissen einen Anspruch

  1. auf Erstattung, wenn er die Reise aufgrund einer zu erwartenden Verspätung am Zielbahnhof von mehr als 60 Minuten vorzeitig beendet hat (Nr. 5) oder
  2. auf Entschädigung, wenn er die Reise bis zum Zielbahnhof durchgeführt hat und dabei mindestens 60 Minuten verspätet am Zielbahnhof angekommen ist (Nr. 6)

Eine gleichzeitige Erstattung und Entschädigung für die gleiche Fahrt ist ausgeschlossen.

4.2 Erstattungs- und entschädigungsfähige Fahrausweise

Erstattungs- bzw. entschädigungsfähig sind Fahrausweise, die von einer Eisenbahn oder einem von ihr beauftragten „Fahrkartenverkäufer“ im Namen und auf Rechnung der Eisenbahn verkauft wurden. „Fahrkartenverkäufer“ im Sinne von Art. 3 Nr. 7 der Verordnung (EG) 1371 / 2007 ist jeder Vermittler von Eisenbahnverkehrsdiensten, der für ein Eisenbahnunternehmen oder für eigene Rechnung Beförderungsverträge schließt und Fahrkarten verkauft.

4.3 Erstattungs- und entschädigungsberechtigte Personen

Erstattungs- bzw. entschädigungsberechtigt ist, abgesehen von Nr. 4.4, der Fahrgast, sein Rechtsnachfolger, sein gesetzlicher Vertreter oder Derjenige, an den der Fahrgast seinen Anspruch abgetreten hat. Der entschädigungs- bzw. erstattungspflichtige vertragliche Beförderer, der Fahrkartenverkäufer oder das Servicecenter Fahrgastrechte der EVU können für die Abtretung einen Nachweis verlangen. Auch wenn ein Fahrausweis für mehrere Personen gilt, besteht der Anspruch nur einmal. Soweit es sich um einen personengebundenen Fahrausweis handelt, muss für die Erstattung oder Entschädigung grundsätzlich ein Identitätsnachweis mit einem gültigen amtlichen Lichtbildausweis erfolgen. Entschädigungen für relationslose Zeitfahrkarten (z.B. bleibt frei) erfolgen grundsätzlich durch das „Servicecenter Fahrgastrechte“ der EVU, soweit in Nr. 11.3 keine abweichende Regelung getroffen wurde.

4.4 Entgeltliche und unentgeltliche Beförderung

Grundlage der Entschädigung ist der Fahrpreis, den der Reisende für die Fahrt tatsächlich entrichtet hat. Besteht ein Anspruch auf unentgeltliche Beförderung aufgrund gesetzlicher Regelungen oder wurde der Reisende aufgrund anderer Regelungen unentgeltlich befördert, besteht kein Anspruch auf eine Erstattung oder Entschädigung. Ist auf dem Fahrausweis kein Preis eingetragen, so ist durch den Reisenden ein Zahlungsbeleg über den gezahlten Fahrpreis beizubringen, bleibt frei.

4.5 Definition „Zeitfahrkarten“

Eine „Zeitfahrkarte” im Sinne dieser Fahrgastrechte ist eine für eine unbegrenzte Anzahl von Fahrten gültige Fahrkarte, die es dem berechtigten Inhaber erlaubt, auf einer bestimmten Strecke oder in einem bestimmten Netz während eines festgelegten Zeitraums mit der Eisenbahn zu reisen. Darunter fallen neben den Strecken- und Schülerzeitkarten sowie Netz- oder Teilnetzkarten auch Fahrausweise mit einer Geltungsdauer von weniger als sieben Tagen, wenn sie eine Fahrtberechtigung entsprechend Satz 1 beinhalten. Eine Fahrtberechtigung bis zum Betriebsschluss bzw. bis drei Uhr des Folgetages zählt zum Gültigkeitstag.

5. Fahrpreiserstattungen bei Ausfall, Verspätung oder Anschlussversäumnis

5.1 Umfang der Erstattung

Statt einer Fortsetzung der Fahrt oder einer Weiterreise mit geänderter Streckenführung nach Nr. 3 hat der Fahrgast unter der Voraussetzung, dass vernünftigerweise davon ausgegangen werden muss, dass seine Verspätung am Zielbahnhof seiner Reisekette gemäß Fahrausweis mehr als 60 Minuten betragen wird, die Möglichkeit, die Reise vor Erreichen des Zielbahnhofs zu beenden. In diesem Fall hat der Fahrgast einen Anspruch auf entgeltfreie Erstattung des für diese Fahrt entrichteten Fahrpreises, und zwar:

  1. für die nicht durchfahrene Strecke oder
  2. bleibt frei
  3. bleibt frei.

5.2 Verantwortlichkeit für die Erstattung

Eine Erstattung wegen der vorgenannten Gründe ist nur möglich, wenn der Fahrgast belegen kann, dass er vernünftigerweise davon ausgehen musste, von der als Grund des Reiseabbruchs benannten Ursache (Zugausfall, Zugverspätung oder resultierendem Anschlussverlust) betroffen zu werden oder tatsächlich davon betroffen war. Erstattungen aufgrund von Zugverspätungen, Zugausfällen und Anschlussversäumnissen erfolgen:

  1. bei Nichtantritt der Reise durch das Unternehmen, das die Fahrkarte ausgegeben hat
  2. bei Abbruch der Reise auf Antrag durch das Servicecenter Fahrgastrechte

6. Fahrpreisentschädigungen bei Ausfall, Verspätung oder Anschlussversäumnis

6.1 Anspruch auf Fahrpreisentschädigung

Ohne den Anspruch auf Beförderung zu verlieren hat der Fahrgast einen Anspruch auf eine Fahrpreisentschädigung, wenn er aufgrund Ausfall oder Verspätung von Zügen oder einem resultierenden Anschlussversäumnis zwischen der auf seiner Fahrkarte eingetragenen Start- und Zielstation eine Verspätung von mindestens 60 Minuten erleidet.

6.2 Berechnung der Entschädigung für Fahrkarten zur einfachen Fahrt

Die Entschädigung beträgt bei relationsbezogenen Fahrausweisen für eine einfache Fahrt bei einer erlittenen Verspätung am Zielort des Fahrausweises:

  1. ab 60 Minuten: 25% des tatsächlich entrichteten Fahrpreises
  2. ab 120 Minuten: 50% des tatsächlich entrichteten Fahrpreises

6.3 bleibt frei

6.4 Entschädigungsbeträge unter 4,00 Euro

Fahrpreisentschädigungen für relationsbezogene Fahrausweise für eine einfache Fahrt sowie für eine Hin- und Rückfahrt mit einem Auszahlungsbetrag von unter 4,00 Euro werden nicht ausgezahlt.

6.5 bleibt frei

6.6 Betroffensein von einem anspruchsbegründenden Ereignis

Insbesondere bei relationslosen Zeitfahrkarten ist eine Entschädigung aufgrund von Ausfall, Verspätung oder resultierenden Anschlussversäumnissen nur möglich, wenn der Fahrgast beweisen kann, dass er von der als Grund der verspäteten Ankunft am Zielort seiner Fahrt benannten Ursache tatsächlich betroffen war.

6.7 Ausnahmen von der Fahrpreisentschädigung

Ein Anspruch auf eine Fahrpreisentschädigung besteht nicht, wenn der Reisende bereits vor dem Kauf des Fahrausweises über eine Verspätung informiert wurde oder wenn seine Verspätung am vertragsgemäßen Zielort aufgrund der Fortsetzung der Reise auf einer anderen Strecke, mit einem anderen Zug oder mit einem von der Eisenbahn gestellten oder einem von ihm selbst gewählten alternativen Verkehrsmittel weniger als 60 Minuten beträgt.

7. Hilfeleistungen bei Ausfall, Verspätung oder Anschlussversäumnis

7.1 Übernachtungs- und Benachrichtigungskosten

Der vertragliche Beförderer, dessen Ausfall oder Verspätung dafür verantwortlich ist, dass der Reisende seine Fahrt nicht am selben Tag fortsetzen kann oder eine Fortsetzung am selben Tag nicht zumutbar ist, haftet dem Reisenden für den entstehenden Schaden. Der Schadenersatz umfasst die dem Reisenden im Zusammenhang mit der Übernachtung und mit der Benachrichtigung ihn erwartender Personen entstandenen angemessenen Kosten. Der vertragliche Beförderer ist von einer Haftung befreit, wenn ein haftungsbefreiender Tatbestand gem. Nr. 3.6 vorliegt.

7.2 Kostenlose Unterkunft

Sofern dies praktisch durchführbar ist, bietet der vertragliche Beförderer, dessen Ausfall oder Verspätung dafür verantwortlich ist, dass ein Aufenthalt von einer oder mehreren Nächten notwendig wird, die kostenlose Unterbringung in einem Hotel oder einer anderweitigen Unterkunft an. Soweit praktisch durchführbar, kann auch ein kostenloser alternativer Beförderungsdienst an Stelle einer Übernachtung angeboten werden.

7.3 Organisation alternativer Beförderungsdienste

Ist ein Zug auf der Strecke blockiert oder besteht keine Möglichkeit zur Fortsetzung eines Verkehrsdienstes mehr, organisiert die Eisenbahn so rasch wie möglich einen kostenlosen alternativen Beförderungsdienst zum Bahnhof, zu einem alternativen Abfahrtort oder zum Zielort des Verkehrsdienstes, sofern dies praktisch durchführbar ist.

7.4 Verspätungsbestätigung

Die Eisenbahnunternehmen haben auf Anfrage des Fahrgastes auf dem Fahrausweis im jeweiligen Fall zu bestätigen, dass der Verkehrsdienst verspätet war, zum Verpassen eines Anschlusses geführt hat oder ausgefallen ist. Soweit dies aufgrund der Art oder Beschaffenheit des Fahrausweises nicht möglich oder nicht zweckmäßig ist, kann diese Bestätigung auch durch eine separate Verspätungsbescheinigung oder auf einem Vordruck erfolgen, der den Reisenden zur Geltendmachung seiner Ansprüche berechtigt. Kann das Zugbegleitpersonal zwar eine entstandene Verspätung, nicht jedoch das Verpassen eines Anschlusses aus eigener Kenntnis heraus bestätigen, hat es diese zu bescheinigen.

8. Personen mit Behinderungen und Personen mit eingeschränkter Mobilität

8.1 Rechtsgrundlage der unentgeltlichen Beförderung

Die Beförderung schwerbehinderter Menschen und ihrer Begleitpersonen erfolgt nach Maß-gabe der §§ 145 ff. Sozialgesetzbuch – Neuntes Buch – (SGB IX).

8.2 bleibt frei

8.3 bleibt frei

8.4 Erstattung / Entschädigung

Für Erstattungen und Entschädigungen aufgrund von Ausfall oder Verspätung von Zügen gelten die Regelungen aus Nr. 4.4.

9. Beförderung von Reisegepäck

9.1 Preise und Konditionen

Konditionen und Preise für die Beförderung von Reisegepäck ergeben sich aus den Beförderungsbedingungen des bzw. der vertraglichen Beförderer/s.

9.2 Rechtsgrundlagen

Auf die Beförderung von Reisegepäck und die Haftung sind die Vorschriften der Verordnung (EG) Nr. 1371/2007 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 23. Oktober 2007 über die Rechte und Pflichten der Fahrgäste im Eisenbahnverkehr (ABl. EU Nr. L 315 S. 14) Kapitel III, Artikel 11 sowie Anhang I Titel IV Kapitel I, III und IV sowie Titel VI und Titel VII anzuwenden.

10. Beschwerden, Verfahren zur Geltendmachung von Schadenersatzansprüchen

10.1 Kundeneingaben allgemeiner Art

Kundeneingaben, Anregungen und Beschwerden allgemeiner Art sind an den jeweils betroffenen vertraglichen Beförderer (Eisenbahnverkehrsunternehmen) zu richten, dieser bearbeitet bzw. beantwortet die an ihn gerichteten und ihn selbst betreffenden Eingaben.

10.2 Anträge auf Fahrpreiserstattung

Soll ein Fahrpreis gem. Nr. 5 erstattet werden, ist ein Erstattungsantrag bei demjenigen „Fahrkartenverkäufer“ zu stellen, bei dem der Fahrausweis erworben wurde, soweit die Reise aufgrund des Ausfalls oder der Verspätung eines Zuges nicht angetreten wurde. Wurde die Reise aufgrund eines Verspätungsereignisses abgebrochen, sind Erstattungsanträge mit einem vollständig ausgefüllten „Fahrgastrechte-Formular“ und den Originalunterlagen an RDC Deutschland GmbH, AUTOZUG Sylt, Servicecenter Fahrgastrechte, Bahnhofstraße 10, 25899 Niebüll zu richten.

10.3 Anträge auf Fahrpreisentschädigung

Anträge auf eine Fahrpreisentschädigung gem. Nr. 6 aufgrund von Ausfall oder Verspätung von Zügen oder resultierendem Anschlussversäumnis sind zusammen mit einem vollständig ausgefüllten „Fahrgastrechte-Formular“ und beigefügten Originalbelegen bei folgender Stelle einzureichen:

RDC Deutschland GmbH

AUTOZUG Sylt

Servicecenter Fahrgastrechte

Bahnhofstraße 10

25899 Niebüll

Erstattungs- und Entschädigungsanträge müssen in deutscher Sprache mit einem „Fahrgast-rechte-Formular“ und den die Fahrt sowie den Entschädigungs- bzw. Erstattungsanspruch begründenden Unterlagen (Fahrausweisen, Belege etc.) eingereicht werden. Statt der Originalbelege können Kopien der Belege beigefügt werden, wenn die Originale vom Reisenden noch benötigt werden (z.B. bleibt frei). Zur Prüfung der Richtigkeit der Originale bleibt die Verpflichtung zur Vorlage der Originalbelege auf Anforderung des vertraglichen Beförderers davon unberührt. Bei Erstattungen nach Nr. 3.2, 3.4 und 3.5 müssen die Originalbelege eingereicht werden.

10.4 Wahl der Art einer Erstattung / Entschädigung

Eine Auszahlung von Erstattungs- und Entschädigungsansprüchen erfolgt entsprechend dem Wunsch des Reisenden per Überweisung, als Gutschein oder in Bargeld. Eine Barauszahlung ist nur bei stationären personalbedienten Verkaufsstellen der an dem Beförderungsvertrag beteiligten vertraglichen Beförderer mit einem vollständig ausgefüllten und mit bestätigter Verspätung versehenen Fahrgastrechte-Formulars und Abgabe der Originalbelege möglich. Eine Verspätungsentschädigung kann dort nur für Fälle gem. Nr. 6.2 und 6.3 erfolgen. Soweit es sich um einen personengebundenen Fahrausweis handelt, ist ein Identitätsnachweis erforderlich. Stimmen Identität des Einreichenden und des berechtigten Inhabers eines personengebundenen Fahrausweises nicht überein, ist eine Abtretungserklärung des berechtigten Inhabers beizufügen.

10.5 Informationen zu den Fahrgastrechten und Fahrgastrechte-Formular im Internet

Weitergehende Informationen zu den Fahrgastrechten und dem Entschädigungsverfahren sind u.a. im Internet unter www.fahrgastrechte.info verfügbar. Dort ist auch der Vordruck „Fahrgastrechte-Formular“ als Download bzw. zum Ausdrucken abrufbar.

10.6 Auszahlung von Entschädigungsansprüchen

Bei Abgabe des vom Reisenden ausgefüllten und mit Zangen- oder Stempelabdruck der ausgebenden Stelle bestätigten Fahrgastrechte-Formulars und dem dazugehörigen Originalfahrausweis bei einer stationären personalbedienten Verkaufsstelle der an dem Beförderungsvertrag beteiligten vertraglichen Beförderers erhält der Reisende auf Wunsch den Entschädigungsbetrag ausgezahlt, soweit die Verkaufsstelle zur technischen Abwicklung in der Lage ist und ausreichende Bargeldmittel vorhanden sind. Ein vertraglicher Beförderer kann eine Auszahlung auch bei anderen Stellen als eigenen Verkaufsstellen vorsehen. In den übrigen Fällen wird der Entschädigungsanspruch unter Beifügung des Fahrgastrechte-Formulars und des Fahrausweises bzw. einer Fahrausweiskopie beim Servicecenter Fahrgastrechte bearbeitet. bleibt frei. Der Anspruch muss innerhalb eines Jahres nach Ablauf der Geltungsdauer des Fahrausweises geltend gemacht werden.

11. Schlichtung und nationale Durchsetzungsstellen

11.1 Schlichtung

Ihr Anliegen und Ihre Zufriedenheit sind uns wichtig. Ihre Anfragen werden von uns und unseren Partnern kompetent, kundenorientiert und möglichst zeitnah beantwortet. Dennoch kann es einmal zu unterschiedlichen Ansichten kommen. Wir sind deshalb Mitglied der SÖP (Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personennahverkehr).

An diese können Sie sich wenden, wenn Sie mit unserer Antwort auf Ihre Beschwerde nicht einverstanden sind. Die von der Bundesregierung anerkannte Verbraucherschlichtungsstelle prüft Ihr Anliegen und erarbeitet – für Sie kostenfrei – eine Schlichtungsempfehlung zur einvernehmlichen und außergerichtlichen Streitbeilegung.

Kontakt: söp_Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr, Fasanenstr. 81, 10623 Berlin, www.soep-online.de

11.2 Nationale Durchsetzungsstellen / Eisenbahnbundesamt

Den Eisenbahnaufsichtsbehörden nach § 5 Abs. 1 a AEG (Allgemeines Eisenbahngesetz) obliegt die Bearbeitung von Beschwerden über mutmaßliche Verstöße von Eisenbahnen, Reiseveranstaltern und „Fahrkartenverkäufern“ gegen die gesetzlich normierten Fahrgastrechte. Beschwerden können auch an das Eisenbahn-Bundesamt gerichtet werden.

Das Fahrgastrechte Formular können Sie hier herunterladen: Fahrgastrechte Formular AZS

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